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Erektionsprobleme nach einer Prostataoperation: Was bei der Erholung hilft

Nach einer Operation an der Prostata kann sich die Erektionsfähigkeit deutlich verändern. Das ist eine bekannte mögliche Folge, sagt aber allein noch nichts darüber aus, wie sich die Sexualfunktion im Einzelfall weiterentwickelt. Entscheidend sind unter anderem die Art des Eingriffs, die Erektionsfähigkeit vor der Operation und ob Nerven geschont werden konnten.

Warum die Erektion nach dem Eingriff betroffen sein kann

Bei einer radikalen Prostatektomie wird die Prostata meist wegen eines Prostatakarzinoms entfernt. Nerven und Gefäße, die an der Erektion beteiligt sind, verlaufen in unmittelbarer Nähe. Je nach Lage und Ausdehnung des Tumors kann ein nervenschonendes Vorgehen möglich sein; manchmal muss Gewebe aus Sicherheitsgründen mit entfernt werden. Auch bei geschonten Nerven kann die Erektion zunächst ausbleiben oder deutlich schwächer sein. Eine nervenschonende Operation ist keine Garantie für eine spontane Rückkehr der Erektionsfähigkeit.

Wie häufig Erektionsstörungen auftreten

Die European Association of Urology berichtet, dass Studien nach einer radikalen Prostatektomie bei etwa 25 bis 75 Prozent der Männer eine Erektionsstörung feststellen. Die große Spannweite hängt unter anderem mit unterschiedlichen Patientengruppen, Ausgangswerten und Definitionen zusammen. Sie ist deshalb keine persönliche Prognose. In vielen Studien kehrte die Erektionsfähigkeit ohne unterstützende Behandlung bei einem Teil der Betroffenen zurück; der Verlauf bleibt aber individuell. Alter, Erektionsfähigkeit vor der Operation und die Möglichkeit, die Nerven zu erhalten, spielen eine wichtige Rolle. Die EAU-Leitlinie zu Ursachen und Behandlung ordnet die Daten ein.

Rehabilitation: früh besprechen, Erwartungen realistisch halten

Die EAU empfiehlt, mögliche sexuelle Folgen aktiv mit dem Behandlungsteam zu besprechen und Behandlungen zur Unterstützung der Erektionsfähigkeit nach der Operation frühzeitig zu erwägen. Gleichzeitig reichen die Daten nicht aus, um ein einzelnes Rehabilitationsschema als überlegen oder für alle passend zu empfehlen. Eine sogenannte penile Rehabilitation kann Behandlungsmöglichkeiten eröffnen, belegt aber nicht, dass dadurch die spontane Erektionsfähigkeit sicher zurückkehrt. Zeitpunkt und Verfahren sollten deshalb mit der urologischen Praxis abgestimmt werden.

Je nach Befund kommen ärztlich verordnete PDE-5-Hemmer, eine Vakuumerektionshilfe oder weitere Verfahren infrage. Welche Option geeignet ist, hängt auch von anderen Erkrankungen, Medikamenten und dem Heilungsverlauf ab. Medikamente sollten nach einer Operation nicht eigenständig begonnen oder verändert werden. Die Leitlinie beschreibt, dass kein Rehabilitationsplan für alle Patienten ausreichend belegt ist und die Behandlung individuell geplant werden muss.

Was Betroffene beim Nachsorgetermin ansprechen können

Hilfreich ist, die Sexualfunktion bei den Nachsorgeterminen ausdrücklich anzusprechen. Fragen können sein: War ein nervenschonender Eingriff möglich? Welche Veränderungen sind in meinem Fall zu erwarten? Wann darf eine Behandlung beginnen? Welche Verfahren passen zu meinen Vorerkrankungen und Medikamenten? Neben der Erektion können sich auch sexuelles Verlangen, Orgasmus oder Ejakulation verändern. Solche Themen gehören zur Nachsorge nach einer Prostatakrebsbehandlung.

Eine Erektionsstörung nach einer Prostataoperation ist kein persönliches Versagen. Eine offene Nachsorge hilft, den eigenen Verlauf einzuordnen und gemeinsam eine passende Behandlung zu finden, ohne eine bestimmte Erholung zu versprechen.

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