Für „Potenzmittel“ gibt es keine gemeinsame Dosis. Verschiedene Wirkstoffe, Darreichungsformen und Erkrankungen benötigen unterschiedliche Einnahmepläne. Dieser Ratgeber hilft, eine Verordnung zu verstehen und offene Fragen zu erkennen; er legt keine persönliche Dosis fest.
Wirkstoff, Stärke und Einnahmeplan unterscheiden
- Wirkstoff: Was ist tatsächlich enthalten?
- Stärke: Wie viel Wirkstoff enthält eine Tablette oder andere Einheit?
- Einzeldosis: Welche Menge wurde für eine Anwendung verordnet?
- Häufigkeit: In welchen Abständen darf das Präparat angewendet werden?
- Anlass: Erfolgt die Anwendung bei Bedarf oder nach einem festen Behandlungsplan?
Die größte angebotene Tablettenstärke ist keine allgemeine Anfangsdosis. Auch Milligrammwerte verschiedener Wirkstoffe lassen sich nicht wie eine Rangliste vergleichen. Tabletten sollten nur geteilt werden, wenn dies für das konkrete Präparat vorgesehen und mit der Verordnung vereinbar ist.
Beispiel Sildenafil bei erektiler Dysfunktion
Die EMA-Information zu Viagra beschreibt eine Bedarfsanwendung etwa eine Stunde vor sexueller Aktivität, höchstens einmal täglich und mit maximal 100 mg. Die individuelle Dosis wird nach Wirkung und Verträglichkeit gewählt; diese Obergrenze ist keine persönliche Empfehlung. Nahrung kann den Beginn verzögern. Sexuelle Stimulation bleibt erforderlich.
Diese Angaben dürfen nicht auf jedes andere Mittel oder auf Sildenafil bei anderen Erkrankungen übertragen werden. Mehr dazu im Beitrag Sildenafil täglich einnehmen.
Welche Angaben braucht die Praxis?
Bringen Sie Packung, Einnahmeplan und eine vollständige Liste aller Medikamente und Supplements mit. Nennen Sie auch bereits ausprobierte Produkte und aufgetretene Beschwerden. Besonders wichtig ist die Prüfung von Nitraten und Riociguat, die laut Viagra-Produktinformation nicht mit Sildenafil kombiniert werden dürfen.
Wenn die Wirkung ausbleibt
Eine enttäuschende Anwendung ist kein Grund, selbst nachzulegen oder verschiedene Präparate zu kombinieren. Notieren Sie Zeitpunkt, Mahlzeit, beobachtete Wirkung und Nebenwirkungen. Mit diesen Angaben lässt sich die Behandlung gezielter überprüfen. Siehe Wenn Sildenafil nicht wirkt.
Zu viel eingenommen oder Beschwerden?
Bei einer möglichen Überdosierung unverzüglich medizinischen Rat einholen. Eine Erektion über vier Stunden oder plötzlicher Seh- beziehungsweise Hörverlust erfordern sofortige medizinische Hilfe; das NIDDK nennt diese Warnzeichen ausdrücklich. Packung und Einnahmezeit bereithalten. Bei schweren akuten Beschwerden den Notruf wählen.
Redaktionell überarbeitet am 27. September 2026. Allgemeine Information, keine individuelle Diagnose oder Behandlungsempfehlung.




