
Manche Männer verlieren beim Anlegen oder Tragen eines Kondoms teilweise oder ganz die Erektion. Das kann verunsichern, ist bei einem einzelnen Mal aber noch keine Diagnose. Häufig kommt in diesem Moment eine Unterbrechung hinzu: Die Aufmerksamkeit wandert von der Erregung zum Kondom, zur Passform oder zur Sorge, ob es gleich klappt.
Welche Faktoren eine Rolle spielen können
Ein ungewohntes Gefühl, eine schlecht passende Größe oder eine längere Pause beim Anlegen können die Situation beeinflussen. Auch Nervosität und Erwartungsdruck können die sexuelle Erregung stören. Das heißt nicht automatisch, dass die Ursache ausschließlich psychisch ist. Erektionsprobleme können mehrere körperliche und seelische Faktoren zugleich haben; die EAU-Leitlinie empfiehlt deshalb eine umfassende Einordnung, wenn Beschwerden wiederkehren.
Was im Alltag helfen kann
- Probieren Sie verschiedene passende Kondomgrößen und Materialien in einer ruhigen Situation aus. Ein Kondom sollte sicher sitzen, aber nicht schmerzhaft einschnüren.
- Üben Sie das Öffnen und Anlegen vorher allein. So wird der Ablauf vertrauter und nimmt später weniger Zeit in Anspruch.
- Wenn es für beide passt, beziehen Sie die Partnerin oder den Partner in das Anlegen ein und sprechen Sie vorher darüber, was sich angenehm anfühlt.
- Richten Sie die Aufmerksamkeit nicht nur auf die Erektion. Eine kurze Pause, Zärtlichkeit und ein gemeinsames Tempo können den Druck verringern.
Wichtig für den Schutz: Das Kondom muss vor dem Kontakt zwischen Penis und Genitalbereich angelegt werden. Wenn die Erektion nachlässt, unterbrechen Sie und setzen Sie den Verkehr nicht ohne Schutz fort. Verwenden Sie ein neues Kondom, sobald die Erektion wieder fest genug ist, und beachten Sie die Packungsanleitung.
Wann ärztliche Beratung sinnvoll ist
Wenn die Erektion auch ohne Kondom wiederholt nachlässt, die Schwierigkeiten anhalten oder Sie dadurch stark belastet sind, sprechen Sie mit einer hausärztlichen oder urologischen Praxis. Die Abklärung kann Gesundheit, Medikamente, Lebensumstände und die konkrete Situation berücksichtigen. Setzen Sie verordnete Medikamente nicht eigenständig ab und nehmen Sie keine Potenzmittel auf eigene Faust ein.
Ein offenes Gespräch kann entlasten. Weitere Anregungen finden Sie auch in unserem Beitrag über Erektionsprobleme und Kommunikation in der Partnerschaft.
Kurz zusammengefasst
Wenn beim Kondom die Erektion nachlässt, können Passform, Unterbrechung und Anspannung eine Rolle spielen. Ein einzelner Vorfall sagt wenig über die allgemeine Erektionsfähigkeit aus. Wiederkehrende Beschwerden verdienen eine medizinische Abklärung. Für sicheren Schutz sollte das Kondom vor jedem genitalen Kontakt angelegt werden.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche medizinische Beratung.




