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Chronische Nierenerkrankung und Erektionsprobleme: Was die Abklärung klären kann

Erektionsprobleme können bei Männern mit einer chronischen Nierenerkrankung auftreten. Das bedeutet nicht, dass jede Veränderung der Erektion direkt von den Nieren ausgeht. Begleiterkrankungen, Gefäß- und Stoffwechselgesundheit, Medikamente, Erschöpfung sowie psychische Belastungen können ebenfalls eine Rolle spielen. Eine persönliche Abklärung hilft, diese Faktoren auseinanderzuhalten.

Warum Nierenerkrankung und Sexualfunktion gemeinsam betrachtet werden

Eine chronische Erkrankung kann mehrere Bereiche der Gesundheit beeinflussen. Bei fortgeschrittener Nierenerkrankung können zum Beispiel Energie, Nerven, Hormone und seelisches Wohlbefinden betroffen sein. Zusätzlich treten bei manchen Betroffenen Erkrankungen auf, die auch die Erektionsfähigkeit beeinflussen können. Aus dem Vorliegen einer Nierenerkrankung allein lässt sich jedoch keine individuelle Ursache ableiten.

Auch eine Veränderung der Erektion kann auf andere gesundheitliche Faktoren hinweisen. Deshalb sollte sie nicht als unvermeidliche Folge einer Nierenerkrankung abgetan werden. Das National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases (NIDDK) weist darauf hin, dass Menschen mit Nierenversagen Fragen zur Sexualität mit ihrem Behandlungsteam besprechen können und dort Unterstützung erhalten.

Was Sie beim Termin ansprechen können

Beschreiben Sie, wann die Erektionsprobleme begonnen haben und ob sie gelegentlich oder regelmäßig auftreten. Bringen Sie eine aktuelle Medikamentenliste mit und nennen Sie auch Dialyse, Transplantation oder andere Behandlungen, falls diese auf Sie zutreffen. Fragen Sie, ob Ihre Nierenwerte, Begleiterkrankungen oder Medikamente bei der Einschätzung berücksichtigt werden sollten.

Eine Abklärung kann eine medizinische und sexuelle Vorgeschichte, eine körperliche Untersuchung und – je nach Situation – Laboruntersuchungen umfassen. Welche Tests sinnvoll sind, entscheidet die behandelnde Fachperson anhand Ihrer Beschwerden und bisherigen Befunde.

Behandlung nur abgestimmt beginnen

Ändern Sie verordnete Nieren- oder Blutdruckmedikamente nicht selbst, auch wenn Sie einen Zusammenhang mit Erektionsproblemen vermuten. Beginnen Sie ebenso keine Potenzmittel, frei verkäuflichen Präparate oder Nahrungsergänzungsmittel ohne Rücksprache. Bei einer Nierenerkrankung müssen mögliche Wechselwirkungen, andere Erkrankungen und die persönliche Behandlungssituation berücksichtigt werden.

Wenn Sie sich mit der Frage unwohl fühlen, können Sie das Gespräch mit einem einfachen Satz beginnen: „Mir ist eine Veränderung meiner Erektionsfähigkeit aufgefallen – kann das mit meiner Erkrankung oder meinen Medikamenten zusammenhängen?“ Die Ärztin oder der Arzt kann dann gemeinsam mit Ihnen die nächsten Schritte festlegen.

Fazit

Erektionsprobleme können bei chronischer Nierenerkrankung mit verschiedenen körperlichen und psychischen Faktoren zusammenhängen. Die Beschwerden verdienen eine individuelle Abklärung und müssen nicht automatisch als unveränderlicher Teil der Erkrankung gelten. Sprechen Sie sie im Behandlungsteam an und nehmen Sie keine Änderungen an Medikamenten oder Potenzmitteln ohne medizinische Beratung vor.

Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine persönliche medizinische Beratung.

Quellen

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