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Vergrößerte Prostata und Erektionsprobleme: Was der Zusammenhang bedeutet

Illustration zeigt ein Paar im ruhigen Gespräch über sexuelle Belastungen

Ein schwächerer Harnstrahl, nächtlicher Harndrang und Schwierigkeiten mit der Erektion können gleichzeitig auftreten. Das wirft verständlicherweise Fragen auf: Verursacht eine vergrößerte Prostata die Erektionsprobleme? Die Antwort ist nicht immer eindeutig. Beide Beschwerden können zusammen vorkommen, haben aber nicht zwangsläufig dieselbe Ursache.

Was eine gutartige Prostatavergrößerung ist

Bei der benignen Prostatahyperplasie (BPH) wächst die Prostata gutartig. BPH ist kein Prostatakrebs. Weil die Prostata die Harnröhre umschließt, kann eine Vergrößerung den Urinfluss behindern. Mögliche Beschwerden sind ein verzögerter Beginn des Wasserlassens, ein schwacher oder unterbrochener Strahl, Nachträufeln, häufiger oder dringender Harndrang und nächtliche Toilettengänge. Die Größe der Prostata sagt dabei nicht zuverlässig voraus, wie stark die Beschwerden sind.

Warum Harn- und Erektionsbeschwerden gemeinsam auftreten können

Erektionsstörungen haben unterschiedliche mögliche Ursachen, darunter Gefäß- und Stoffwechselerkrankungen, hormonelle oder neurologische Faktoren, bestimmte Medikamente sowie psychische Belastungen. Eine vergrößerte Prostata kann ebenfalls im Rahmen einer umfassenderen gesundheitlichen Situation mit Erektionsproblemen einhergehen. Aus gleichzeitig auftretenden Symptomen lässt sich aber nicht sicher ableiten, dass die Prostata allein die Erektion beeinträchtigt.

Auch Behandlungen von BPH können die Sexualfunktion beeinflussen. Je nach Medikament oder Eingriff sind unterschiedliche Auswirkungen auf Erektion oder Samenerguss möglich. Besprechen Sie deshalb vor einer Behandlung, welche Folgen für Ihre Sexualität zu erwarten sind und welche Alternativen es in Ihrer persönlichen Situation gibt. Setzen Sie verordnete Medikamente nicht eigenständig ab.

Welche Abklärung sinnvoll ist

Eine hausärztliche oder urologische Praxis kann die Beschwerden gemeinsam einordnen. Hilfreich ist, vorab aufzuschreiben, seit wann sie bestehen, wie häufig sie auftreten und ob sich Wasserlassen, Erektion, sexuelles Verlangen oder Samenerguss verändert haben. Erwähnen Sie außerdem alle Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel sowie bekannte Erkrankungen.

Zur Abklärung können je nach Beschwerden ein Gespräch zur Krankengeschichte, eine körperliche Untersuchung, Urin- oder Bluttests und weitere Untersuchungen gehören. Ähnliche Harnwegsbeschwerden können auch andere Ursachen haben. Eine ärztliche Untersuchung hilft daher, BPH von anderen möglichen Problemen zu unterscheiden und zu klären, ob zusätzlich eine eigenständige Abklärung der Erektionsstörung nötig ist.

Wann rasch medizinische Hilfe nötig ist

Wenn Sie plötzlich gar nicht mehr urinieren können, Blut im Urin bemerken oder starke Schmerzen im Unterbauch haben, sollten Sie umgehend medizinische Hilfe suchen. Fieber oder Schüttelfrost zusammen mit starkem Harndrang oder Schmerzen beim Wasserlassen sollten ebenfalls zeitnah ärztlich beurteilt werden.

Fazit

Eine gutartige Prostatavergrößerung kann den Harnfluss beeinträchtigen, erklärt Erektionsprobleme aber nicht automatisch. Weil verschiedene Ursachen und mögliche Behandlungseffekte eine Rolle spielen, ist eine individuelle ärztliche Abklärung sinnvoll. Das Thema Sexualfunktion darf dabei offen angesprochen werden.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche medizinische Beratung.

Quellen

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